Angsthunde, was tun? |
Wir möchten Sie mit folgenden Informationen anregen, Ihr eigenes Verhalten zu überdenken... UNSER unbewusst eigenes (Fehl-)Verhalten: Ängstliche Hunde erregen zum Beispiel oft Mitleid in ihrer Umwelt. Wird ein Hund besänftigt oder beruhigt, wenn er Angstsignale zeigt, bestätigt man ihn für das ängstliche Verhalten und verstärkt, bzw. hält die schon vorhandene Angst somit aufrecht. Die dabei unbewusst, über Stimmung ablaufenden, bestätigenden Prozesse sind im Fall von Phobien noch relevanter. Allein der Gedanke "Oje, da fliegt ein Ballon, hoffentlich sieht er den nicht!" kann dem Hund schon signalisieren: achtung, hier passiert etwas, das mir Angst macht oder gefährlich ist! Seien Sie ihrem Hund ein SOUVERÄNER Partner! Liebevolle Konsequenz und Geduld führen zum Ziel, niemals eine strenge Hand! Zögern Sie nicht, sich fachlich kompetente Hilfe und Anleitung einzuholen. Oftmals sind es kleine Veränderungen, die eine große Wirkung erzielen. Fachliche Hilfsmaßnahmen: Verhaltenstherapie Ersatzstrategien: Der Grundgedanke für die Verhaltenstherapie: erlerntes Verhalten kann auch wieder verlernt und gegen ein anderes ausgetauscht werden! Beispielweise kann ein Hund in gezielten therapeutischen Behandlungsschritten lernen, in Situationen, in denen er vorher Fehlverhalten wie Aggression gezeigt hat, gelassen und freundlich zu reagieren. Eine Voraussetzung für diesen "Sinneswandel" ist die Motivation für den Hund, diesen Prozess des Umlernens durchzuführen. Mit Konsequenz, positiver Bestärkung und viel Ausdauer kann der Hund dazu gebracht werden, ein Fehlverhalten gegen ein Wunschverhalten auszutauschen. Beispiel Desensibilisierung: Die Desensibilisierung ist ein Beispiel für eine systematische Verhaltenstherapie. Unter Desensibilisierung versteht man die Gewöhnung des Hundes an bestimmte Reize, die bei ihm zuvor unerwünschtes Verhalten (wie Angst, Aggression, usw.) ausgelöst haben. Schritt für Schritt... Bei der Desensibilisierung wird der Hund kontinuierlich in sehr kleinen Schritten dem auslösenden Reiz, evtl. auf abgeschwächtem Niveau, ausgesetzt, wobei dafür gesorgt wird, daß der Hund während dieses Zeitraums keine negativen Erfahrungen macht. Bei erfolgreicher Anwendung nehmen die Symptome des unerwünschten Verhaltens (z. B. Angstsymptome) ab. Der Hund gewöhnt sich an den Reiz und reagiert schließlich nicht mehr darauf. Reizstärke: Problemverhalten ist häufig sehr tief verwurzelt. Daher ist die Wahl der Reizstärke bei der Desensibilisierung von großer Bedeutung. Ist sie zu hoch, besteht unter Umständen die Gefahr, daß das Problem durch dieses Training verstärkt wird und der Hund ein dauerhaftes Trauma entwickelt! Bei den Desinsibilierungen oder Gegenkonditionierungen stehen wir Ihnen zur Seite und führen diese systematischen Verhaltenstherapien in enger Absprache und gemeinsam mit Ihnen durch. ( Quelle: http://www.rundum-hund.de) Benutzen Sie "Calming Signals": Beschwichtigungssignale Lernen Sie die Hundesprache und somit sich und Ihren Hund besser kennen! Mit "Calming Signals" werden die körpersprachlichen Beruhigungssignale des Hundes bezeichnet. Die norwegische Hundetrainerin Turid Rugaas hat die Bedeutung konfliktlösender Signale bei Hunden in den neunziger Jahren erforscht. Ihre Erkenntnisse haben vielen Hundetrainern und Verhaltensforschern neue Impulse gegeben. Situationen und Beispiele: Beschwichtigungssignale sind in der Hundesprache in fast allen Lebensbereichen zu beobachten und werden in den unterschiedlichsten Situationen gezeigt. * Situation Hundebegegnung: durch Veränderung der Körperhaltung, Ohrstellung oder durch Herunterbeugen sendet ein ranghöheres Tier "Calming Signals", um einem unsicheren oder ängstlichen Junghund mitzuteilen, daß keine Bedrohung von ihm ausgeht. * Situation Annäherung: zu rasche und zu direkte Annäherung eines Artgenossen: der stehende, wartende Hund signalisiert dem sich nähernden Hund z. B. durch Wegdrehen oder Hinlegen, das Tempo zu verringern und sich nicht frontal, sondern seitlich im Bogen zu nähern, wie es sich nach "Hundeknigge" gehört. * Situation Fotografieren: Sie möchten ein Portrait-Foto von Ihrem Hund machen? Gar nicht so einfach... er blinzelt, dreht den Kopf weg, gähnt... typische Beschwichtigungssignale! * Situation Befehl mißachtet: Sie sind sauer, daß Ihr Vierbeiner erst nach dem fünften Mal gekommen ist. Dabei ist er extrem langsam herangeschlichen und hat auch noch am Boden geschnüffelt... auch das sind Beschwichtigungssignale. "Calming Signals" zeigen Hunde in der Interaktion mit Menschen, Artgenossen und anderen Tieren. Es bedeutet für die Hunde nicht nur die Möglichkeit, Spannung abzubauen oder Konflikte zu verhindern, sondern auch eine effektive Kommunikation mit Lebewesen in ihrer Umwelt. Einige typische "Calming Signals": * Ohren anlegen * Blick abwenden * züngeln * Rute senken oder einklemmen * schnüffeln am Boden * gähnen * hinlegen * Bein anheben * Hinterteil zuwenden * einen Bogen laufen * strecken Beobachtung: Durch genaue Beobachtungen erhalten Sie wertvolle Informationen über die momentane Stimmung Ihres Hundes. Mit dem Wissen über die Beschwichtigungssignale können Sie Situationen viel besser beurteilen und sind zum Beispiel in der Lage brenzlige Situationen schon im Vorfeld zu entschärfen. Mit der Zeit werden Sie immer mehr von Ihrem Hund erfahren und Signale sehen, die Ihnen vorher gar nicht aufgefallen sind! ( Quelle: http://www.rundum-hund.de)
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